Türkei: Gericht erlaubt „Cem-Haus“

Posted on 5. Oktober 2011

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Laut einer Meldung der türkischen Tageszeitung Radikal hat das 16. Justiz-Gericht in Ankara den Verbot des „Vereins zum Cem-Haus-Bau in Cankaya“ abgelehnt. Im Jahre 2004 hatten einige Aleviten in Ankara den Verein gegründet um im Stadtteil Cankaya ein „Cem-Haus“ zu bauen. Sie stellten einen Antrag, der an das türkische Innenministerium weitergeleitet wurde – die Türkei ist ein zentralistisch strukturiertes Land. Das Ministerium wiederum fragte beim Religionsamt ‚Diyanet‘ an. Das Religionsamt antwortete, Cem-Häuser seien keine Gebetshäuser. Worauf der Verein gebeten wurde die Formulierung in der Satzung in „Cem-Haus zu Kulturzwecken“ zu ändern. Dieser Bitte ist der Verein nicht nachgekommen.

Daraufhin hat der Gouverneur der Provinz Ankara die Staatsanwaltschaft aufgerufen den Verein zu verbieten. Auf diesem Weg wurde der Fall im 16. Justiz-Gericht in Ankara verhandelt. Der Staatsanwalt argumentierte, dass das Alevitentum keine Religion sei, das „Cem“ keine Stätte sondern die Bezeichnung der Versammlung sei.

Die Verhandlung war gestern – und das Gericht hat das Verbot des Vereins abgelehnt!

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