„Auseinandersetzung mit Extremisten ist Daueraufgabe der Demokratie“

Posted on 13. April 2012

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Integrationsdezernentin zur Koranverteilung durch salafistische Gruppen und zur Bedrohung kritischer Journalisten

(pia) Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg gibt zur Koranverteilung durch salafistische Gruppen und zur Bedrohung kritischer Journalisten folgende Stellungnahme ab:

„Die Verteilung der heiligen Schrift einer Weltreligion in den Fußgängerzonen unseres Landes – zumal ohne ideologischen Kommentar – ist kein strafrechtlich relevanter Akt, sondern mit gutem Grund durch die Religionsfreiheit geschützt. Ich bin froh, in einem Land zu leben, das Freiheit und gleiches Recht für alle garantiert. Die Bedrohung von Journalisten sowie einschlägige Aussagen, zum Beispiel auf Internetforen, zeigen jedoch das wahre Gesicht der Initiatoren: Hier handelt es sich um eine kleine Gruppe radikaler Fundamentalisten, die auch innerhalb der muslimischen Gemeinschaften an Statur gewinnen wollen.

Die Stadt Frankfurt hat hier immer klare Front gezeigt und zuletzt einen Informationsstand auf der Zeil verbieten können. Wir werden auch weiterhin alle rechtsstaatlichen Möglichkeiten suchen und ausschöpfen, ob bei Veranstaltungen oder in anderen Fragen des Umgangs mit solchen Gruppen. Nicht zum ersten Mal sieht sich unsere Gesellschaft extremistischem und demokratiefeindlichem Gedankengut gegenüber. Die Auseinandersetzung mit extremen Kräften ist eine Daueraufgabe unserer Demokratie. Sie hat in diesem Fall auch in den Religionsgemeinschaften selbst zu erfolgen, die wir damit nicht alleine lassen werden. Wir bieten allen Gemeinden und Vereinen gerne unsere Hilfe an, um gemeinsam solch fundamentalistischen Kräften entgegenzutreten.“

Anmerkung in eigener Sache

Dieser Weblog thematisiert Alevitentum und die Integration der Menschen mit Migrationshintergrund. Das Bild „Passkreuz“ stammt von dem gleichnamigen Zeichen in der Druckbranche. Genauso wie dort verschieden Farbfilme übereinandergelegt werden und aufeinander „passen“ müssen, so müssen auch die verschiedenen (türkisch, kurdisch, alevitisch, deutsch) Identitäten aufeinanderpassen. Die Namensähnlichkeit mit kreuz.net ist nicht gewünscht. Wir distanzieren uns von diesem Portal. Wir unterstützen ausdrücklich die Initiative http://www.stopptkreuznet.de.

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