Doppelte Staatsbürgerschaft für „Türken“?

Posted on 13. April 2012

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Es gibt derzeit eine löbliche Initiative, um die Diskussion über die Zweierlei Maß bezüglich der Doppelten Staatsbürgerschaft anzuregen. Das ist keine neue Idee. Die Menschen mit türkischem „Migrationshintergrund“ kritisieren die aktuelle Regelung zurecht, da sie manchen die Doppelte Staatsbürgerschaft erlaubt, manchen aber nicht, mit der Begründung, dass man nicht zwei Herren dienen könne, was man aber anderen erlaubt.

Die Begründung für die Doppelte Staatsbürgerschaft für Deutschtürken könnte aber auch so lauten: Ein Mensch mit türkischen Eltern wird von der deutschen Gesellschaft weiterhin als „Türke“ wahrgenommen und so behandelt, auch wenn er eingebürgert ist – und sich aktiv für die deutsche Staatsbürgerschaft entschieden hat.

Die deutsche Gesellschaft ist nicht fähig, einen eingebürgerten Deutschen als solchen voll zu akzeptieren.

Solange dies nicht möglich ist und dieser Mensch sowohl von Mitmenschen als auch Institutionen und Ämtern weiterhin als zumindest „Deutscher 2. Klasse“ behandelt wird – und dafür gibt es x-Beispiele -, wenn man also den Deutschen auch weiterhin als Türken betrachtet, muss man es ihm gewähren, dass er auch rechtlich gleichzeitig Türke ist.

Schade, dass man auch diese Diskussion wieder nur zum Stigmatisieren nutzen wird.

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Posted in: Integration