Günter Grass – und der Schutz vor Kritik

Posted on 13. April 2012

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Die Kolumnistin Mely Kiyak schreibt in ihrem Kommentar über das sogenannte „Gedicht“ von Günter Grass:  „Warum könnt ihr uns nicht ebenso heldenhaft schützen?“ Sie meint nach antisemitischen Aussagen in der Öffentlichkeit gäbe es immer einen großen Ansturm von Empörung. Bei Ausländerfeindlichkeit gibt es so etwas selten.

Ihrer Beobachtung kann ich nicht widersprechen. Sie bezieht sich auf die Reaktionen nach Sarrazins Aussagen. Da geht sie sogar nicht weit genug. Denn es war damals sogar so, dass die Empörung erst aufkam, nachdem Sarrazin die Aussage „Juden teilen bestimmtes Gen“ machte.

Trotzdem möchte ich nicht so „geschützt“ werden wie es Frau Kiyak wünscht. Denn was nach dem sogenannten Gedicht von Günter Grass passiert ins genau das entgegengesetzte , negative Beispiel. Reflexartige Äußerungen helfen niemandem weiter, egal in welche Richtung und welcher Coloeur. Wenn es Mißstände in Deutschland oder woanders auf der Welt gibt, müssen wir die Chance einer sachlichen Diskussion haben – vorurteilsfrei und zielgerichtet. Nur so kann man diese auch lösen.

Oder wie sagte schon Johann Wolfgang von Goethe:

„Gegen Kritik kann man sich weder wehren noch schützen. Man muß ihr zum Trotz handeln, und das läßt sie sich nach und nach gefallen.“

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