Kommentar: Fratze der unterschwelligen Ressentiments

Posted on 13. April 2012

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Hülya-Platz, Frankfurt am MainEs schien ein positives Zeichen als 1998 im Frankfurter Stadtteil Bockenheim ein – zugegebenermaßen kleiner – Platz nach dem Solingen-Opfer „Hülya“ benannt wurde. Eine Symbolik passt gut zu der multikulturellen Stadt Frankfurt am Main.

Doch inzwischen ist daraus ein Spießrutenlauf zwischen Befürwortern und Gegner geworden. Zuletzt im November 2011 wurde von der Stadt verkündet, dass es ein neues Mahnmal geben würde. Doch inzwischen hat der Magistrat wieder aus fadenscheinigen Gründen die Vorschläge des Künstlers abgelehnt: Man wolle kein Hakenkreuz in dem Werk.  Die Darstellung soll so entfremdet werden, dass man nichts erkennen kann.

Statt endlich das Mahnmal dort zu platzieren, das dort hingehört und endlich diese leidliche Debatte zu beenden, wird es im wahrsten Sinne des Wortes künstlich verlängert. Da spielt es keine Rolle, welche Parteien in den kommunalen Stellen sitzen. Die Sprechblasen vor den Wahlen platzen wie immer nach der Wahl.

Ich bin nur froh, dass die Frankfurter Bevölkerung diesen Entscheidern weit voraus sind. Tagtäglich beweisen Sie, dass das Zusammenleben gut funktionieren kann – und dass hier kein Platz ist für Rassismus. Danke, FrankfurterInnen!

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