Muslime sind jetzt gefordert!

Posted on 17. April 2012

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Es ist der richtige Zeitpunt zu erkennen, dass es in verschiedenen gesellschaftlichen Millieus Extremisten gibt: Rechtsradikale und Fundamentalisten. Die Herausforderung für die deutsche Gesellschaft ist zu erkennen:

Die Abrahamsreligionen sind Teil dieser Gesellschaft – sie sind es immer verbunden mit einem historischen Prozess geworden – jede auf seine eigene Art. Wir können mit diesen Religionen friedlich nachbeschaftlich leben. Extremisten, die versuchen Religionen oder Nationalitäten zu instrumentalisieren, treten wir innerhalb unseres eigenen gesellschaftlichen Millieus entgegen. Nur so wird unsere deutsche Gesellschaft auch weiterhin demokratisch und multikulturell bleiben.

Im Fall der kostenlosen Koranverteilung ist dies gerade für den muslimischen Teil eine große Herausforderung, denn das was sie zu Recht bei rechtsradikalen Nationalisten fordert, muss sie selbst bei fundamentalistischen Extremisten leisten. So hat sich inzwischen auch der Sprecher reformorientierten Ahmadiyya-Gemeinde Deutschland Dawood Majoka bereits von religiösen Extremisten distanziert: „Natürlich gilt für alle die Religionsfreiheit. Aber es gelten eben auch alle anderen Rechte und Pflichten des Grundgesetzes, deshalb lehnen wir die Haltung der Salafisten etwa in der Frage der Gewaltanwendung, in der Frage der Menschenrechte oder beim Verhältnis von Mann und Frau ab.“ (Quelle: FR, 17.04.12)

Während der hessische Innenminister Rhein leider nur mit den üblichen Plattitüden die Angst unter der Bevölkerung schürt, um politisch Kapital aus den Geschehnissen zu schlagen, kommen von seinem niedersächsischen Kollegen Schünemann konstruktive Vorschläge. Laut Meldung der „Rheinischen Post“ habe er vorgeschlagen, dass die Islamkonferenz sich an die Spitze eines gemeinsamen Pakts gegen fundamentalistische Extremisten stellt.

Es gibt auch Aufgaben institutioneller Art. Durch die Einführung der „Islamkunde“ im Schulunterricht kann die Neugier junger Menschen gestillt werden ohne sie in die Hände von Extremisten zu treiben.

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