Rassismus im türkischen Fußball

Posted on 19. April 2012

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In dem Bericht vom 18.04.2012 stellt die türkische Zeitung „Radikal“ eine Aufstellung über rechtsextremistische Äußerungen im türkischen Fußball zusammen und behauptet, dass der Rechtsextremismus im türkischen Fußball nie ganz verschwunden ist.

Aktualität hat diese Problematik in der Türkei durch den türkischen Nationalspieler Emre Belözoğlu gewonnen. Dieser soll in der Begegnung seiner Nationalmannschaft gegen Kasachstan den Spieler Zokara als „Dreckiger Neger“ (=“Pis zenci“) bezeichnet haben. Damit hat er sich prompt ein Disziplinarverfahren eingehandelt.

Doch diese Problematik ist nicht neu im türkischen Fußball. In der Zeitung Radikal sind einige negative Beispiele aus Fußballgeschichte aufgelistet:

„Kannibale als Tormaschine“

Im Jahr 1999 soll der Vorsitzende von Trabzonspor Mehmet Ali Yılmaz über den eigenen Spieler Kevin Campbell gesagt haben: „Wir haben unseren Kannibalen als Tormaschine gekauft – er hat sich als Waschmaschine erwiesen.“
Nationalhymne

Der bereits verstorbene Journalist Kazım Kanat soll im Jahr 2006 „gedroht“ haben: „Wenn Aurelio das Nationaltrikot überstreift, stehe ich bei der Nationalhymne nicht mehr auf.“

Einem Araber vorgezogen

Im Jahr 2008 soll Samet Aybaba beklagt haben, man habe einen Araber ihm vorgezogen. Damit meinte er El Saka.
Armenier Oğuz

Wieder im Jahr 2008 sollen Anhänger von Trabzonspor dem Vorsitzenden des Zentralen Schiedsrichterkomitees Oğuz Sarvan vorgeworfen haben, er habe Rassismus in Trabzon betrieben.

Diyarbakirspor

Im September 2009 wurden in der Begegnung Bursaspor gegen Diyarbakırspor von den Anhänger Bursaspors Spruchbänder mit „Froh, wer sagen kann er sei Türke“ (aus der Nationalhymne „Ne Mutlu Türküm Diyene“) und „Wir sind türkische Soldaten“ angebracht.

Affen-Gestik für Eboue

Im November 2011 sollen Anhänger von Besiktas Istanbul den Spieler Eboue von Galatasaray mit Affengestiken in Verbindung gebracht haben. Dies haben wurde zwar von den Fans bestritten, aber das ist bekanntlich keine homogene Gruppe.
Anatomie überprüfen

Der Manager von Fenerbahce Istanbul soll das längere Liegenbleiben des Spielers Eboue nach einem Foul so kommentiert haben: „Es ist auffällig, dass die Spieler von der Elfenbeinküste mit ihrer dicken Haut gleich Schmerzen empfinden, wenn Wasser drauf kommt. Man muss mal die Anatomie überprüfen!“

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Posted in: Rassismus, Türkei