Die Geschichte der Aleviten

Posted on 15. Mai 2012

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Kaktus, Wüste, Pflanze, Ali

Die Schwierigkeit die alevitische Geschichte darzustellen fängt schon darin an ihre genauen Ursprung in einen historischen Rahmen darzustellen. Für die Bewertung und Analyse des Alevitentums ist aus meiner Sicht der historische Zeitpunkt irrelevant. Die gegenwärtige Praxis reicht hierfür aus. Trotzdem sollte es erlaubt sein einen Blick in die alevitische Vergangenheit zu werfen, um ein Gefühl zu bekommen, welche Einflüsse eine Rolle gespielt haben können.

Es ist kein Zufall, dass genau diejenigen eine historische Zeittafel fordern, deren Vorfahren in jahrhunderte währender Tatendrang alles unternommen haben, um alles wer oder was alevitisch ist zu vernichten. Insofern grenzt es schon fast an ein Wunder, dass es relativ viele Aleviten gibt.

Ismail Kaplan zählt in seinem Buch „Das Alevitentum“ folgende Quellen von Einflüssen auf:

  • Der Volksislam, insbesondere ismailitische Vorstellungen, wie z. B. „innere“ Deutungen der heiligen Texte („batini yorum“)
  • Der Schamanismus, ein vorislamischer Volksglaube der Turkvölker
  • Die Lehre von Haci Bektas-i Veli (sufistische Elemente aus dem islamischen Glaubensvollzug in Zentralasien)
  • Verfolgung und Vertreibung als identitätsstiftende Erfahrung und Erinnerung

Kaplan zitiert als „Trennungslinie“ die Überlieferung, wie sich Mohammed über Ali gehäußert hat:

Wer Ali liebt, liebt mich gleichzeitig. Und wer mich liebt, liebt auch Gott. Wer Ali feindlich gesinnt ist, ist auch mein Feind. Und wer mein Feind ist, ist ohne Zweifel auch Gottes Feind. Ich bin wie eine Stadt des Glaubens (Wissens) und Ali ist das Tor zum Glauben.

Trotzdem wurde Ali erst nach der Amtszeit drei anderer Kalifen zum neuen Kalifen ernannt. Das passte aber Muawiya, der Statthalter von Damaskus gewesen ist, nicht. In Folge dieser Auseinandersetzung wurde Ali 661 in einer Moschee in Kufa ermordet – Muawiya wurde zum Alleinherrscher über das islamische Reich.

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