Frankfurter Ausländerbehörde

Posted on 15. Mai 2012

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In der heutigen Ausgabe der Frankfurter Rundschau berichtet diese, dass die Ausländer in der gleichnamigen Behörde „Wie Menschen zweiter Klasse“ behandelt würden.

Mich wundert nur die Verwunderung des Autors. Denn rechtlich gesehen sind Nichtdeutsche in Deutschland leider „Menschen zweiter Klasse“. Und das ist nicht neu, das war leider immer schon so.  Das ist übrigens in der ganzen Republik so. Es soll ehemals türkische Mitbürger geben, die nur deshalb die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen haben, um dem türkischen Konsulat und der Ausländerbehörde nicht mehr über den Weg zu laufen. Wenn das stimmt, schneidet sich die Ausländerbehörde ins eigene Fleisch.

Die Begründung „Personalmangel“ ist ein schlechter Witz. Denn wenn dies die Ursache wäre, würde die Vereinfachung der Prozesse sowohl den nichtdeutschen Menschen als auch den deutschen BeamtInnen Zeit und Arbeit ersparen. Es war und ist reinste Schikane, deshalb werden – wie in dem Artikel geschildert – Anforderungen auch immer nur häppchenweise kommuniziert. Vielleicht sollte die Damen und Herren vom Römer mal das Buch „Deutschland ohne Ausländer“ lesen und dann überlegen, ob sie mit diesen sogenannten „Ausländern“ anders umgehen wollen.

Dem Kommentar in der FR muss ich trotzdem vehement widersprechen: Das Zugehörigkeitsgefühl kann nicht am Umgang der Beamten mit seinen Bürgern gemessen werden. Nicht nur, dass es die BeamtInnen aus der Ausländerbehörde gar nicht die Kompetenz haben, dies zu tun, der Umgang zum Beispiel türkischer Beamte im Konsulat ist nicht wirklich besser.

In Frankfurt ist die Offenheit und das internationale Publikum nicht nur eine Floskel, sondern diese Stadt lebt das mit all seinen Teilen (außer eben der Behörden). Und tief im Innern weiß das auch jeder Ausländer. Wenn Zweifel aufkommen, einfach mal für ein paar Tage nach Bayern fahren.