„Wasser in die Hölle gießen“

Posted on 12. Juni 2012

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„In die recht finstere asketische Frömmigkeit kam ein etwas anderer Ton durch eine Frau – zumindest sagt das die Überlieferung: Rabi’a von Basra (gest. 801), als weltabgewandte Asketin berühmt, drückte ihre Gottesliebe in kleinen kunstlosen Versen aus. Am berühmtesten ist die Geschichte, dass sie durch Basras Straßen ging, eine Fackel in der einen, einen Eimer Wasser in der anderen Hand; Nach dem Sinn ihres Tuns befragt, antwortete sie:

‚Ich will Wasser in die Hölle gießen und Feuer ans Paradies legen,

damit diese beiden Schleier verschwinden und niemand mehr Gott

aus Höllenfurcht oder Hoffnung aufs Paradies anbetet, sondern

allein um Seiner ewigen Schönheit willen.‘

Diese Geschichte wurde später vom Kanzler Ludwigs des Heiligen nach Europa gebracht und erscheint wieder in den Schriften des französischen Quietisten Camus (1644).“* Bitte tragen Sie die Information  dieses Transfers nach Europa nicht in die deutsche Gesellschaft, sie würde das wohl nicht verkraften.

*) Quelle: “Sufismus – Eine Einführung in die islamische Mystik”, Annemarie Schimmel, C.H. Beck

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