Einweihung des Cem-Hauses am 2. Juni 2012 (2)

Posted on 1. Juli 2012

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Während sunnitische Muslime heute an vielen Orten in Deutschland mit Geldern aus der Türkei, aus Saudi-Arabien und anderswoher zum Teil gigantische Moscheen bauen, haben alevitische Gemeinde es sehr viel schwerer, an ein dringend benötigtes Cem-Haus zu kommen. Preiserträgliche Grundstücke und Möglichkeiten finden sich gerade in Großstädten, wie zu. B. In Köln, nur in Außenbezirken. Und das macht es dann gerade für Frauen und Kinder schwer bis unmöglich, besonders abends ein solches Cem-Haus zu besuchen, und auch Fahrtkosten und Zeitverlust wiegen schwer. Wunschvorstellung ist deshalb ein Cem-Haus in Innerstadtlage, das sich leicht zu Fuß und auch abends erreichen lässt – eine Wunschvorstellung, die in der Regel and den hohen Kosten scheitert.

Und so war es schon ein ganz besonderer Glücksfall, dass sich diese Wunschvorstellung für die alevitische Gemeinde in Mönchengladbach verwirklichte.

Auch wenn vor einem endgültigen Abschluss der langwierigen Renovierung noch einiges zu tun übrig blieb, so wollte die alevitische Gemeinde in Mönchengladbach im Zusammenwirken mit AABF doch einen Schritt nach vorn tun und am 2.06.2012 in Form einer festlichen ‚Einweihung‘ ihres neuen Cem-Hauses offiziell feiern. Dabei war es der AABF und der MG-Gemeinde ein besonderes Anliegen, ihren Dank und ihre Verbundeheit mit der EmK zum Ausdruck zu bringen, in dem sie darum baten, dass auch Bischöfin Wenner zu dieser Einweihung kommen sollte. Da Frau Wenner eine USA-Reise plante, erklärte sich an ihrer Stelle Bischof i. R. Dr. Walter Klaiber, der bei der Sivas-Gedenkfeier „Ağıttan Umuda“ 2006 in Köln offiziell die Brücke geschlagen hatte von den christlichen Kirchen – deren bevollmächtigter Vertreter er damals war als Präsident der „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen‘ – zu den Aleviten, bereit, zu kommen. Weil der Vorsitzende des Geistlichen Rates der Aleviten in Deutschland verhindert war, kam an seiner Stelle mit Aynur Kücük eine junge Theologin aus diesem Geistlichen Rat. Dabei war es für die methodistische Teilnehmer ebenso wie für die weiteren deutschen Gäste eine ganz besondere Erfahrung, in Aynur Kücük eine von tiefer Frömmigkeit geprägte junge Frau aus einer traditionellen alevitischen Priesterfamilie zu erleben, die eines Tages wohl als ‚Ana‘ eine alevitischen Gemeinde leiten mag. In einer Reihe von Einzelgesprächen konnte sie sehr eindrucksvoll und überzeugend Einzelheiten des alevitischen Glaubens nahebringen – und auch ich habe mich gefreut, dabei von ihr lernen zu können.

(von Dr. Klaus Thimm, erschienen in „alevilerin sesi“ Nr. 161 6/2012)

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