Haci Bektas-i Veli Gedenktage

Posted on 16. August 2012

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Haci Bektas Veli

Haci-Bektas-i Veli

Jedes Jahr werden in dem gleichnamigen Ort in Mittelanatolien die Haci-Bektasi-Veli-Gedenktage veranstaltet. In dem Ort Hacibektas zwischen den türkischen Städten Kirsehir und Nevsehir soll sich Haci Bektasi Veli [sprich: Hadschi Bektaschi Weli] niedergelasen. Ursprünglich stammte er aus der Region Chorasan. Der Mystiker formulierte viele Grundsätze der alevitischen Lehre. Der genaue Geburts- und Todestag sind nicht bekannt – man geht davon aus, dass er im Jahr 1248 geboren und 1337 gestorben ist.

Im Gedenken an ihn treffen sich die Aleviten Mitte August (etwa 16 bis 18. August) in dem nach ihm benannten Ort Hacibektas. Früher waren diese Treffen nicht öffentlich, verborgen, zeitweise von der Polizei verboten, zeitweise von der Gendarmerie kontrolliert. Heute dient es als Politbühne. Die Politiker aus den verschiedenen Parteien treten drei Tage lang im Wettbewerb um die Gunst der Aleviten an.

Drei Tage lang vergessen sie, wie sie in den übrigen 357 Tagen des Jahres die Aleviten beschimpfen und ausgrenzen.

Drei Tage lang geben sie sich humanistisch, demokratisch, solidarisch, brüderlich.

Drei Tage lang applaudiert das Publikum, bei der einen Partei mehr, bei der anderen weniger – aber im Grunde tut keine Partei was für sie.

Dann ist der Spuk vorbei. Dann dürfen die alevitischen Häuser wieder beschmiert und mit Steinen beworfen werden. Dann müssen sie sich anhören, Cem-Häuser seien keine Gotteshäuser.

Bis wieder ein Jahr rum ist und auf dem Kalender der 16. August angezeigt wird.

Nachtrag: [7.01.13] Laut einer Meldung von haberler.com besuchten im Jahre 2012 370.014 Menschen die zum Museum umfunktionierte Gedenkstätte, davon waren 7.772 Besucher(innen) Touristen. Allein an den Gedenktagen Mitte August 2012 172.750 Besucher(innen). Laut offiziellen Angaben entspricht das einer Steigerung von 10% gegenüber dem Vorjahr.

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Posted in: Alevitentum