Stigmatisierende Kampagne – Gehts noch?

Posted on 28. August 2012

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Wie so oft in dem Themenkomplex Integration/Migration sind Grundgedanke und Idee ganz gut – aber die Umsetzung so dilletantisch, dass man schon am guten Willen zweifeln kann. Das Bundesinnenministerium hat eine Plakataktion gegen die Radikalisierung der Muslime beauftragt. Plakataktion! Auf den Plakaten sind freundlich schauende als Nicht-deutsche erkennbare Personen dargestellt, die aber insgeheim radikale Islamisten sind.  Die Bürger werden aufgefordert Auffällige unter der angegebenen Nummer zu melden.

Die Integrationsbeauftragte der SPD Aydan Özoguz bemängelt gegenüber der Süddeutschen Zeitung: „Die Bilder von nett aussehenden Muslimen im Zusammenhang mit dieser Kampagne suggerieren, dass jeder ein Fanatiker oder sogar Terrorist sein kann“.

Sogar die Antidiskriminierungsstelle des Bundes zeigte sich besorgt:  „Die Motive wecken den Anschein der Stigmatisierung einer ganzen Gruppe“ warnte die Leiterin der Stelle Christine Lüders.

Das hat uns gerade noch gefehlt: Eine Hotline, bei der wir unliebsame Ausländer(innen) melden können! Diese handelnden Personen in diesem Ministerium leben meilenweit von der Realität entfernt. Sie schaden dem friedlichen Zusammenleben in diesem Land.

Dieses Ministerium

  • duldet oder trägt Vertuschungen bei der Verfolgung von Rechtsextremisten
  • duldet Polizisten, die mit Rechtsextremisten kollaborieren
  • verhindert Zeugenaussagen
  • und startet jetzt auch noch steuerfinanzierte Hetzkampagnen gegen Migranten

Gehts noch?

Auch wenn Werbekampagnen nicht das richtige Mittel sind. Wenn diese Kampagne wenigstens nur auf die ausländischen Medien in Deutschland beschränkt wäre, müsste sie sich nicht den Vorwurf der Stigmatisierung gefallen lassen. Innerhalb der Migranten-Community besteht diese Gefahr nicht.

Weiterführende Links:

SZ: Plakativ gegen Islamismus

Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Initiative Sicherheitspartnerschaft

Selbst das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ist mit dabei