Aleviten begrüßen „Islamisten“-Plakataktion

Posted on 31. August 2012

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Seit ein paar Tagen wird die Plakataktion „Vermisst“ des Innenministeriums in manchen Kreisen diskuttiert. Als Reaktion darauf hat die Alevitische Gemeinde Deutschlands (AABF) eine Pressemitteilung herausgegeben, in der sie diese Aktion ausdrücklich unterstützt. In der Mitteilung wird deutlich gemacht, dass dies vorab vom Innenministerium mit den islamischen Dachverbänden besprochen wurde. Das mag sein – und müssen sich die Organisationen auch klar darüber werden, was sie unterstützen wollen und was nicht – unzwar im Vorfeld.

Trotzdem ist die Sinnhaftigkeit einer solchen Plakataktion stark zu hinterfragen. Denn eine Plakataktion ist ein Kommunikationsweg bei einer großen Zielgruppe. Für eine kleine Zielgruppe sind die Streuverluste zu hoch. Das bedeutet entweder, das Innenministerium hat zuviel Geld oder sie unterstellt, dass es einen prozentual hohen Anteil an Moslems mit Gewaltabsichten gibt. Letzteres lassen sowohl die Plakatmotive als auch andere Vorgehensweisen des Ministeriums, über die man in den Medien ließt, vermuten.

Diese Aktion würde – wenn sie zum Beispiel auf die türkischen Medien (Zeitungen usw.) beschränkt wäre – eher akzeptabel sein, da diese Subkultur natürlich gegenüber ihre eigenen Mitglieder kein pauschales Vorurteil mit sich trägt, sie seien Islamisten. Aber in der  Mehrheitsgesellschaft bestätigt sie nur das schon existierende und ständige wiederholte Vorurteil: „Das sind doch eh‘ alles Islamisten.“

Dabei merkt die AABF nicht, dass ihre Mitglieder von der Mehrheitsgesellschaft nicht als „Aleviten“ sondern als „Moslems“ wargenommen werden und sie ebenfalls von diesem Vorurteil betroffen sind. Das hat zuletzt der Einzug der alevitischen Gemeinde in der Kirche in Mönchengladbach gezeigt – die Kritiker sprachen nur pauschal von „Moslems“ ohne jegliches Hintegrundwissen.

Hier wären viel feinere Werkzeuge notwendig als eine Plakataktion nötig. Innenministerium halt.