Alevitisch, Kurdisch, Homosexuell?

Posted on 31. August 2012

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Falls bisher jemand gedacht haben sollte, alevitisch und kurdisch zu sein – sei genug an Minderheiten-Zugehörigkeiten sollte sich geirrt haben. Im vergangenen Monat wurde ein 19jähriger in der ostanatolischen Stadt Diyarbakir erschossen. Seine Mutter hatte Vater und Onkel beschuldigt, die unter Tatverdacht festgenommen wurde. Die Hintergründe blieben zunächst unklar.

Laut einer Meldung der Tageszeitung Radikal soll das Tatmotiv die geschlechtliche Orientierung des 19jährigen gewesen sein. Demnach hatte die Mutter des jungen Mannes ihrem Ehegatten offengetan, dass ihr Sohn homosexuell ausgerichtet sei. Daraufhin habe der Vater sich mit seinem Bruder zusammen seinen Sohn gestellt und ermordet.

Die Radikal berichtet zitiert aus einem Brief der nach der Tat aufgetaucht ist, in dem es sinngemäß heißt: „… ein Alevit kann nicht homosexuell sein, eine Religiöser kann nicht homosexuell sein, ein Kurde kann nicht homosexuell sein“ – nach der Devise: Es ist nicht, was nicht sein darf.  Es geht nicht klar hervor, ob das Opfer alevitisch und/oder kurdisch war – es wird nur angedeutet.