Jedem Dorf eine Moschee – „Mathematik“ und „Philosophie“ gestrichen

Posted on 19. September 2012

0


Sultan Süleyman I. führte nicht nur die Fetwas gegen die Aleviten fort. Er verschloss sich auch Neuerungen. Den sunnitischen Islam erklärt er zur wahren Religion und verfolgt Andersgläubige. Sina Akcin beschreibt in ihrem Buch „Geschichte der Türkei“ („Türkiye Tarihi“) die Maßnahmen, die ab 1537 ergriffen wurden:

„1. Wer die religiösen Gebote nicht erfüllt oder sich unehrenhaft gegenüber der Religion äußert, wird bestraft. Beispielsweise auch, wenn er Zweifel an den Worten des Propheten hegt.

2. In jedem Dorf soll eine Moschee gebaut und der Besuch des Freitagsgebets ist verpflichtend.

3. Der sunnitische Glauben wird gestärkt, ‚geistig verwirrte‘ Derwische werden aus Istanbul vertrieben.

4. Mathematik- und Philosophie-Unterricht wird in den Medressen gestrichen.“

In den Folgejahren gibt es sogenannte „Aufstände“ in den Jahren 1580 Scheich Geldi (Antalya) und 1638 Scheich von Sakarya (Sakarya). Da jedoch die Unterdrückung des alevitischen Glaubens fortgeführt wurde – und die Osmanen mit Massakern antworteten, zogen sich die Aleviten in die schwerzugängliche Bergregionen in Mittel- und Ostanatolien zurück. Dort verhalten sie sich ruhig und unauffällig.

Die Bektaschiten hingegen scheinen sich in den urbanen Regionen mehr und mehr unter dem sunnitischen Glauben zu assimilien.

Weiter: Osmanisches Reich killt den Orden

Verschlagwortet: , ,