Kinofilm: Die Stimme meines Vaters

Posted on 23. September 2012

2


Auf dem in diesem Jahr zum 19. Mal stattfindenden Kinofestival „Altin Koza“ in der südtürkischen Stadt Adana wurde der Film „Die Stimme meines Vaters“ (Original: „denge bave min“ / „Babamin Sesi“) zum besten Film gewählt.

Als Mehmet noch ein Kind war, war sein Vater als Gastarbeiter in Saudi-Arabien tätig. Die Familie war in der Türkei geblieben. Die Generation von damals wird sich erinnern, dass man damals nur Briefe und Tonbandkassetten zur Kommunikation nutzen konnte (Telefone waren auf dem Land rar geseht, die Verbindungen schlecht und die Kosten hoch). Durch einen Zufall findet Mehmet eine Kassette und möchte von seiner Mutter wissen, ob es weitere gibt und was deren Inhalt ist. Der Film handelt von Arbeitsmigration und den Herausforderungen, behandelt aber die Situation der Aleviten zur Zeit des Massakers von Maras.

Kritik: Der Film skizziert die Familientragödie einer kurdisch-alevitischen Familie. Das Medium Tonbandkassette ermöglichlicht einen besondere Effekte. Und obwohl in der Geschichte dieser Familie sehr viel (schlimmes) passiert, bleibt der Film handlungsarm. Die Bewertung, ob dies positiv oder negativ ist bleibt subjektiv. Es hätte trotzdem möglichkeit bestanden – die Rückblicke nicht nur verbal auszudrücken sondern durch Einblendungen auch zu bebildern. Dies hätte dies Aussagekraft des Films deutlich versteckt. Das Massaker von Maras kommt nur in einer Szene vor, als die Mutter Base ihrem Sohn Mehmet kurz erzählt, was damals passiert ist. Wenn es die Absicht war außer der individiuellen Familientragödie auch die Situation der Aleviten anzusprechen ist dies inhaltlich zu wenig.

Regisseur-Team: Orhan Eskiköy, Zeynel Dogan

Darsteller: Zeynel Dogan, Base Dogan, Gülizar Dogan

Trailer und Website zum Film: [Deutsch]  [Türkisch]

Vorführung:

FRANKFURT

Filmforum Höchst, Emmerich-Josef-Straße 46, 65929 Frankfurt am Main

15.11. – 21.11.2012 jeweils um 20:30 Uhr

Zur Filmübersicht

Advertisements
Posted in: Alevitentum, Film