Anbiedernder Bektaschi-Orden

Posted on 30. September 2012

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Während sich die alevitischen Stämme in die ländlichen Gebiete und Gebirgsregionen zurückgezogen hatten und sich dort möglichst unauffällig gegenüber dem Osmanischen Reich verhielten, versuchte der Bektaschi-Orden zwanghaft einen Platz innerhalb des Systems zu finden. Die Sultane hatten es verstanden den Orden geschickt für ihre Belange einzusetzen. Als Oberster des Ordens ist stets ein sunnitischer Glaubensangehöriger aus dem Nakschibendi Ordens eingesetzt.

Die Familie Celebi versucht genau diese Position zurück zu erlangen. Cemalettin Celebi setzt dabei alle Mittel ein:

  • Er bezeichnet Scheich Ismail als „Spinner“
  • Er behauptet die Celebis seien schon immer Sunniten gewesen

Die Bestrebungen der Celebis geraten in die Zeit um 1914. Der Sultan weiß die Situation für sich einzusetzen: Cemalettin Celebi soll sich beweisen, indem er Kämpfer aus den Reihen der Aleviten im 1. Weltkrieg mobilisiert. Die Osmanen sind im 1. Weltkrieg Verbündete der Deutschen.

Zusammenfassende Zwischenanalyse

Die Bektaschiten arrangieren sich immer mit der Obrigkeit, wenn es sein muss um den Preis sich instrumentalisieren zu lassen. Die Obrigkeit versucht den Bektaschi-Orden immer um nicht-sunnitische Menschen zu assimilieren: Aleviten, Armenier, Christen usw.

Die Kizilbas/Aleviten hingegen fühlen sich zu keinem Zeitpunkt von den Bektaschiten vertreten. Sie möchten sich dieser Assimilierungspolitik nicht fügen und betrachten den Pakt zwischen dem Bektaschi-Orden und der jeweiligen Obrigkeit mit Argwohn. Diejenigen, die von ihnen in der Region Dersim leben, pflegen einen Nichtangriffspakt mit der herrschenden Obrigkeit, kommen ihren Pflichten nach und leben in einer geduldeten Teilautonomie – selbst unter den Osmanen. Erst die jungtürkische Bewegung bricht damit – sie hat ein neues Konzept: „Eine Nation, eine Religion, ein Staat“. In diesem Zusammenhang werden wir noch die Personen Mustafa Kemal und Seyit Riza betrachten.

Weiter zu: Bektaschi-Orden mobilisiert sogenannte „Muddschaheddin“

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