Bektaschiten-Orden mobilisiert sogenannte „Mudschaheddin“

Posted on 1. Oktober 2012

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Bektaschiten im Ersten Weltkrieg

Das Osmanische Reich ist im 1. Weltkrieg Verbündeter der Deutschen. Die Paschas suchen nach Unterstützung, um die alevitische Bewegung zu mobilisieren – vielleicht mit dem Hintergedanken „für jeden Aleviten, der stirbt, muss kein Sunnit sterben“ – aktivieren Sie Cemalettin Celebi. Der ist in der Sache sehr motiviert. Mit vorauseilendem Gehorsam gründet dieser 1915 in Malatya eine Truppe „Mudschaheddin“. Dieser Bektaschi-Obere nennt die Einheit tatsächlich „Mudschaheddin“ (=“Religionskrieger“), was der pazifistischen Lehre Haci Bektas-i Velis definitiv widerspricht – noch dazu soll hier für das sunnitische Interpretation des Islams gekämpft werden.

Daneben gibt es zum Beispiel Seyid Riza – über den wir später mehr erfahren werden – aus der Region Dersim. Er befreit die Stadt Erzincan zunächst von den Russen und anschließend von armenischen Banden, die sich dort breit gemacht hatten. Trotzdem unterstützen diese Dersim-Aleviten um Seyid Riza die „Mudschaheddin“-Truppe von Cemalettin Celebi nicht. Das begründet Nuri Dersimi (nach Nejat Birdogan) so:

  1. Celebi kämpft mit Titel eines Religionskrieges, obwohl es eigentlich um die territorische Einheit geht.
  2. Celebi kontaktiert Seyid Aziz, der unbeliebt und als „Spalter“ gilt.
  3. Die Dersim-Aleviten fordern als Voraussetzung die Wahrung der kurdischen Identität.

Weiter zu: Das Märchen von Mustafa Kemal und den Aleviten

 

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