Historie: Kocgiri-Stamm strebte nach Unabhängigkeit

Posted on 14. Oktober 2012

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KocgiriDas Stammesoberhaupt Mustafa Bey erhielt in der osmanischen Zeit den Titel „Pascha“. Seine Söhne Alisan und Haydar waren im engen Kontakt mit der „Hohen Kurdischen Gemeinschaft“, deren Zentrum sich in Istanbul befand. Ihr Ziel ware es in dem Heimatgebiet ihres Stammes ein unabhängigen „Kocgiri Zaza Staat“ zu gründen.

Am 10. August 1920 wurde der Vertrag von Sevres unterschrieben, wonach das Gebiet des ehemaligen Osmanischen Reiches unter den Siegermächten aufgeteilt wurde.

Am 15. November 1920 versammelten sich Zaza-Stämme in Hozat, was damals die Schaltzentrale war. Zehn Tage später sendeten sie eine Meldung per Telegraf an das Türkische Parlament, in dem sie für das Gebiet Diyarbakir-Elazig-Van-Bitlis einen unabhängigen kurdischen Staat forderten. Notfalls würden sie dies mit Waffengewalt einfordern. Außerdem forderten sie die Freilassung der in Elazig, Malatya, Sivas und Erzincan inhaftierten Kurden – sowie den Abzug der türkischen Beamten und Abgeordneten aus der Kocgiri-Region.

Die türkische Regierung versuchte durch die Ernennung von Alisan Bey zum Gouverneur von Refahiye und Haydar Bey zum Bürgermeister von Imranli die Wogen zu glätten.

Am 18. Januar 1921 marschierte dann das 6. Regiment in Zara ein und forderte die Aufständischen zur Aufgabe. Dies blieb erfolglos. Die Regierung in Ankara sandte einen Brief an das Gouvernement von Sivas und forderte die Kocgiri zu warnen und zu stoppen.

Die sich in Hozat befindenden Stammesführer antworteten:

„Die Armee ermittelt gerade die Anzahl an Moslems und Nicht-Moslems [Alevitische Zaza] in der Region. Das wird als Zeichen der bevorstehenden Vertreibung gewertet.“

Sofort wurden in den Gebieten Elazig, Erzincan, Divrigi und Zara der Ausnahmezustand verkündet.

 

Weiter zu: Kocgiri-Widerstand wird niedergeschlagen

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