Historie: Ereignisse von Corum

Posted on 29. Oktober 2012

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Das Pogrom von Çorum ereignete sich am 4. Juli 1980 in der türkischen Provinz Corum. Zwei Jahre nach dem Pogrom von Maras waren die Attacken erneut gegen die alevitischen Bevölkerung der Türkei gerichtet.

Der Tod des Politikers Gün Sazak am 27. Mai 1980, ein ranghohes Mitglied der nationalistischen Partei Milliyetçi Hareket Partisi (MHP) löste unter den Angehörigen und Sympathisanten der Grauen Wölfe landesweite Demonstrationen aus. In der Stadt Corum wurden Flugblätter verteilt, die sich gegen linke Parteien, die CHP und Aleviten richteten. Am 30. Mai 1980 kam es in verschiedenen alevitischen Wohnvierteln zu Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Aleviten, dabei wurden einige schwer verletzt. Es wurde eine Barikade errichtet und ein Ausgehverbot erlassen.

Der Wendepunkt kam am 4. Juli 1980, als Rechtsextremisten in der Stadt ein Gerücht in die Welt setzten, dass die Aleviten die Allaadin-Moschee im Stadtzentrum angegriffen und mit Tränengas attackiert hätten. An diesem Tag bis zum Morgen des 5. Juli wurden alevitische Wohnviertel und Dörfer angegriffen. Zahlreiche Menschen wurden schwer verletzt. Menschen kamen dabei ums Leben, darunter Jugendliche und Frauen.Es wurden Häuser in Brand gesetzt.


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