Staatsvertrag zwischen der Stadt Hamburg und der Alevitischen Gemeinde -1-

Posted on 12. November 2012

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Staatsvertrag zwischen der Stadt Hamburg und der Alevitischen Gemeinde Deutschland e. V.

Staatsvertrag zwischen der Stadt Hamburg und der Alevitischen Gemeinde Deutschland e. V.

Der „Staatsvertrag“ zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg und der Alevitischen Gemeinde Deutschland e. V.  ist rein begrifflich irreführend, da es sich bei beiden Vertragsparteien nicht um Staaten im herkömmlichen Sinne handelt. So heißt das Papier in einer hanseatischen Nüchternheit einfach nur „Vertrag“.

Für die Aleviten ist dieser Vertragsschluss ein historisch bedeutendes Ereignis. In Deutschland hat man erkannt, dass das Alevitentum in seiner heutigen Form sehr gut in die westlich demokratische Wertegesellschaft passt. Deshalb ist die Alevitische Gemeinde Deutschland auch als Religionsgemeinschaft anerkannt und alevitischer Religionsunterricht rechtlich möglich.

Der Vertrag drückt vor allem symbolisch die Anerkennung der Aleviten in der deutschen Gesellschaft aus, so heißt es wörtlich nachdem auf die 50jährige Migrationsgeschichte hingewiesen wurde: „in dem Wunsch, das alevitische Leben in Hamburg anzuerkennen und zu unterstützen.“ Die Artikel definieren die Glaubensfreiheit, Rechtsstellung und gemeinsame Wertegrundlagen.  In Artikel 3 werden die alevitischen Feiertage anerkannt:

  • Asure-Tag (beweglich)
  • Opferfest
  • Hizir-Tage mit Hizir Lokmasi (16.02.)
  • Nevruz (21.03.)
  • Hidirellez
  • Gedenktag Sivas
  • Haci Bektas Veli Andacht
  • Gedenktag für den Hl. Hüseyin

Interessant ist an dieser Stelle, dass aus den Verbrechen an den Aleviten (Corum, Maras, Sivas, Gazi usw.) Sivas als Gedenktag ausgewählt wird. Dessen Verarbeitungsprozess innerhalb der Alevitischen Gemeinde entwicklungshistorisch eine immense Bedeutung hat.  Die Anerkennung dieser Feiertage (kirchliche Feiertage im Sinne des §3 des Feiertagsgesetzes) sollte man vor allem symbolisch sehen. Es bleibt zu hoffen, dass alevitische Bürger(innen) ihre Kinder an diesen Tagen trotzdem zur Schule schicken. Sonst widerspreche dies auch der hohen Bedeutung der Bildung in der alevitischen Lehre.

Staatsvertrag zwischen der Stadt Hamburg und der Alevitischen Gemeinde -2- >>

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