Lehre: Schlacht von Kerbela

Posted on 17. November 2012

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Nach der Ermordung von Ali Ibn Abi-Talip, dem Heiligen Ali, wurde Muawiya fünfter Kalif und somit Führer der muslimischen Gemeinschaft (umma). Er gehörte dem reichen und einflussreichen Klan der Umayyaden an. Diese waren zu Lebzeiten Mohammeds stets auf der Seite seiner Widersacher. Jedoch mit der Einsicht, dass der schnell expandierende Islam auch als Stütze des eigenen Machtvakuums dienen könnte, entwickelten sie ein politisches Interesse am Islam.
Einigen Quellen zufolge habe Muawiya den Anschlag gegen Ali angeordnet.  Die Angehörigen Alis und somit des Propheten, vor allem Alis Söhne Hasan und Hüseyin wurden in die Opposition gedrängt und kaltgestellt. Hasan war politisch im Kampf ums Kalifat nicht von besonderer Bedeutung. Einigen Quellen zu Folge war er kurze Zeit Kalif nach der Ermordung seines Vaters.  Er wurde jedoch durch das Gegenkalifat Muawiyas entmachtet. Kurz darauf wurde er vergiftet und ermordet.
Sein jüngerer Bruder Hüseyin versuchte nach Muawiyas Ableben, den nachfolgenden Kalifen Yezit I., Muawiyas ältesten Sohn, zu stürzen.
Kufa, eine im heutigen Irak liegende Stadt, sicherte Hüseyin Unterstützung zu. Diese Unterstützung blieb jedoch aus – vermutlich aufgrund von Einschüchterung durch Yezit. Deshalb war Hüseyin mit seinem kleinen Stoßtrupp von schätzungsweise  100 Personen alleine den zahlenmäßig weit überlegenen Soldaten Yezits ausgesetzt. Den Rückzug als einzigen Ausweg vor Augen, flüchtete Hüseyins Gefolgschaft
und wurde in Kerbela am Euphrat von den Soldaten belagert. Während der tagelangen Verhandlungen über eine mögliche Kapitulation seitens Hüseyins wurde ihnen der Zugang zum Euphrat und somit zum Trinkwasser verweigert, so dass sie schweren Durst erleiden mussten. Am 10. Tag des ersten Monats Muharrem 61 nach islamischem Kalender (10. Oktober 680 des Gregorianischen Kalenders) griffen die Soldaten Yezits Hüseyins Gruppe an.

Ein Großteil der schätzungsweise 100 Personen wurde umgebracht, darunter Hüseyin, dessen Kopf abgeschlagen wurde. Nahezu alle seine nahen Verwandten fielen, mit Ausnahme von Zeynel Abidin. Mit ihm wurde die Reihe der 12 Imame fortgesetzt.
Sowohl bei den Schiiten und als auch bei den Aleviten hinterließ diese Gräueltat tiefe Wunden. Die endgültige Spaltung in das Sunniten- und das Schiitentum wurde durch dieses Ereignis besiegelt. An die Schlacht von Kerbela wird bei jeder Cem-Zeremonie in Form des Sakkacis
erinnert (siehe Antwort 9). Zudem fasten und trauern Aleviten im Monat Muharrem, dem ersten Monat des Hidschra Kalenders, 12 Tage.
Primär bedeutet das Muharrem-Fasten (Muharrem orucu), seinen Lebensstandard nach eigenem Ermessen für die 12 Fastentage aus Trauer abzusenken.

Quelle: „Zum Profil alevitischer Kinder- und Jugendarbeit in NRW“ hg. vom Paritätischen Jugendwerk NRW, 2006

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