Lehre: Cem Haus II – Cem-Häuser in Deutschland

Posted on 20. November 2012

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Die Aleviten in Deutschland gründen seit gut 20 Jahren Gemeinden, die ihren Dachverband AABF – Alevitische Gemeinde Deutschland – hervorgebracht haben. Auf die freiheitliche Grundordnung in Deutschland sind sie besonders stolz und dies auch mit Blick darauf, dass die Aleviten in der Türkei nicht offiziell anerkannt sind, ja ihre Vereine nicht unter der Eigenbezeichnung „Aleviten“ oder „alevitisch“ gründen dürfen.

Die Gründung von Cem-Häusern ist für die Aleviten von essentieller Bedeutung.

Ein Alevit kann im Cem-Gottesdienst:

  • für das Einswerden in der gemeinsamen Anbetung von Allah-Muhammed-Ali beten
  • seiner „zu Gott gegangenen“ Verwandten und Bekannten gedenken
  • ein Tieropfer darbringen
  • ein gesegnetes Mahl (lokma) der Gemeinde zur Verfügung stellen
  • Rechenschaft für sein Fehlverhalten abgeben und
  • im Alevitentum unterrichtet werden.

Der Cem-Gottesdienst und das in ihm verrichtete liturgische Gebet hat für die Aleviten eine zentrale Bedeutung als gemeinsame Anbetung von Allah-Muhammed-Ali und den Heiligen und ist zugleich Wegweiser für ihren Glaubensvollzug. Daraus abgeleitet hat der Cem dann auch Bedeutung als eine Schule, als Gericht und als solidarisches Beisammensein. Cem ist ein Ort der Schlichtung, der Rechtsprechung, des Friedens und der Einheit der Gemeinde im engeren und Einheit der Menschen im weitesten Sinne.

Aleviten beten in der Regel donnerstagabends gemeinsam. Die Gemeinde kommt außerhalb der wöchentlichen Donnerstage einige Male im Jahr zu Cem-Zeremonien zusammen, die bestimmte Namen und Funktionen haben. Das Cem findet unter der religiösen Führung eines aleivtischen Geistlichen, dem Dede statt. An dem Cem nehmen alle Gemeindemitglieder, Erwachsene wie Kinder, teil. Voraussetzung dafür ist, dass sie untereinander versöhnt sind und die Prinzipien des Weges, die Ethik bzw. die Sittenlehre der Aleviten kennen und einhalten.