Lehre: Die Stadt des Einvernehmens

Posted on 24. November 2012

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In „Riza Sehri“ wird die Geschichte von einer Stadt erzählt, wo Geld als Tauschmittel nicht existiert. Das Geben und Nehmen beruht auf dem Einvernehmen. Jeder, der in dieser Stadt lebt, kann alles Mögliche in Anspruch nehmen, was sein Herz begehrt, jedoch muss diese Person dafür auch etwas leisten, damit er das Einvernehmen der Geber hat. Am Beispiel von „Riza Sehri“ sieht man die Vorstellung einer Stadt, in der das System auf dem Einvernehmen basiert.

Hierdurch entsteht eine friedliche Umwelt, in der jedes Individuum geschätzt wird. Das System basiert auf gegenseitigem Geben und Nehmen. Die Stellung des Einvernehmens ist auch bei der Partnerwahl von zentraler Bedeutung. Es besteht kein Fall von Zwang oder Grund der materiellen Sicherheit des Partners, da so etwas wie Geld gar nicht existiert. Das Einzige, was bei der Partnerauswahl zählt, ist das sich die beiden Partner ein Leben lang lieben und achten werden.

„Riza Sehri“ verkörpert die alevitische Utopie von einer Gesellschaft, in der jeder mit jedem in Einvernehmen lebt. Jedoch ist diese Utopie; eine Formel für den einzelnen Aleviten im Leben, sich das Einvernehmen als Maßstab zu nehmen, in dem dieser keinen anderen Mitmenschen weder körperlich noch in sienen Gefühlen verletzt und das Eigentum jedes Einzelnen achtet, indem er das Hab und Gut des Mitmenschen nur im Falle des Einvernehmens wagt, anzurühren.

Die Vorstellung, welche aus „Riza Sehri“ eine Utopie macht, ist die Achtung vor der absoluten Autonomie des Individuums, denn „der Mensch hat einen freien Willen sich zwischen Gut und Böse zu entscheiden.“

Quelle:  Alevilerin Sesi, 10/2012, Seite 30/31

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