Hüseyin Mat: Urteil über Cem-Häuser in der Türkei indiskutabel

Posted on 12. Dezember 2012

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Gegenüber des türkischsprachigen Programms „Köln Radyosu“ bewertet Hüseyin Mat, Bundesvorsitzender der Alevitischen Gemeinde Deutschland, in der Sendung vom 11.12.2012 die jüngsten Aussagen in der Türkei. Dort hatte ein Abgeordneter der CHP die Einrichtung eines „Cem-Raumes“ für die alevitischen Abgeordneten im Parlamentsgebäude beantragt. Der Parlamentsvorsitz hat dafür den Rechtsweg eingeschlagen und das Gericht urteilte, „Cem-Häuser“ seien keine Gebetshäuser, damit gäbe es auch keinen Grund einen solchen Raum im Parlamentsgebäude einzurichten.

Hüseyin Mat bedauert das Urteil und wundert sich: Bei der Unterzeichnung des Hamburger Staatsvertrags habe er mit Vertretern der sunnitischen DITIB zusammen problemlos eine Vereinbarung mit der Stadt Hamburg verabschiedet. Doch in der Türkei scheint die sogenannte „Diyanet“ (Amt für religiöse Angelegenheiten) das Alevitentum zu ignorieren.

Mat brachte seine Freude zum Ausdruck, dass die Alevitische Gemeinde in Deutschland die gleichberechtigte Möglichkeiten hat. Er meint, dass dies in der Türkei noch ein langer Prozess sei.

Interessanterweise wird in das Urteil damit begründet, dass das Alevitentum eine Konfession innerhalb des Islams sei. Als Beispiel werden Christen angeführt, die auch alle in die „Kirche“ gingen. Aber Achtung: „Kirche“ ist nicht gleich „Kirche“. Außerdem wird in den Dokumenten der Orden des Haci Bektas-i Veli als „Moschee“ bezeichnet.

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Posted in: Alevitentum, Türkei