„Heilige Kraft als Universalität der Lehre“

Posted on 17. Dezember 2012

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In dem jüngst von Timo Güzelmansur erschienen Buch „Gott und Mensch in der Lehre der anatolischen Aleviten“ beschreibt der Autor die Interpretation der heiligen Kraft, an die die Aleviten glauben:

„In diesem Bewusstsein wächst das anatolische Alevitentum über sich hinaus und verwandelt sich in eine universale Lehre, die auch Mitglieder anderer Religionen miteinschließt und keine Trennung unter den Menschen aufgrund von Rasse, Kultur oder eben Religion kennt“ und ergänzt „Nach alevitischem Verständnis hat jeder Mensch, sei er Alevit, Christ, Sunnit oder Schiit, Frau oder Mann die heilige Kraft“.

Der Autor fasst den Glauben an diese heilige Kraft so zusammen:

  1. Die Lehre der anatolischen Aleviten ist eine universale und inkludierende, die keine kulturellen, sprachlichen, ethnischen etc. Barrieren kennt.
  2. Indem sie sich aber nicht als eine exklusive Lehre versteht, gibt sie Raum für ein plurales Verständnis von Glaube und Religion. Somit können Religionen nebeneinander existieren, solange diese in dem oben erwähnten Sinn vernünftig dem Menschen dienen.
  3. Dieser Ansatz kann aber auch in einem apologetischen Sinn als eine Reaktion auf den sunnitisch-orthodoxen Islam verstanden werden. Das anatolisch-alevitische Religionsverständnis würde sich als Alternative zum sunnitisch-orthodoxen Islam verstehen, der z. B. die Vorstellungen aus dem siebten Jahrhundert bis heute tradiert und in der religiösen Sprache des Arabischen beheimatet bleibt.

Aus: „Gott und Mensch in der Lehre der anatolischen Aleviten“, Timo Güzelmansur, 2012, Pustet Verlag [weitere Informationen]