Husain ibn Mansur al-Halladsch (857-913)

Posted on 20. Dezember 2012

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husain-ibn-mansur-al-halladschHusain ibn Mansur al-Halladsch ist im August 857 im Iran geboren, lebte aber die meiste Zeit im heutigen Irak. Sein Name „al-Halladsch“ bedeutet „Teppichknüpfer“. Er zählt zu den größten Asketen seiner Zeit. Annemarie Schimmel schreibt über ihn:

„Bald nach dem Jahr 900 zog er nach Indien und von Gudscharat aus durch das heutige Pakistan, wahrscheinlich auf der Seidenstraße nach Zentralasien, von wo er nach Bagdad zurückkehre. Durch sein seltsames Gebaren und seine exotische Korrespondenz den Behörden auffallend, schien er gefährlich, wohl auch, weil er Neuerungen im Ritual einuführen versuchte und sich für eine gerechtere Besteuerung einsetzt. Es heißt er habe „ana’l-haqq“ („Ich bin die absolute Wahrheit“ – also Gott) gesagt, als er an der Tür seines Meisters Dschunaid in Bagdag anklopfte und gefragt wurde, wer da sei, und seine Antwort habe Dschunaid dazu geführt, ihn zu verfluchen. In Wirklichkeit steht das Wort in einem seiner Bücher, dem „kitab at-tawasin“, und seine Einkerkerung im Jahr 913 dürfte eher politische Gründe gehabt haben. Es dauerte neun Jahre, ehe sich die Muftis durch einen juristischen Trick bereit fanden, das Todesurteil zu verhängen, und am 26.03.922 wurd er hingerichtet.“

Über die Pilgerfahrt nach Mekka soll er gesagt haben, man könne sie auch zuhause durch Gedenken an Gott durchführen. Laut Schimmel ist dass Besondere an Halladsch, dass er von den Mullahs gerade wegen seiner Gottesliebe getötet worden sei. Deshalb lieben die Mystiker ihn. Dass er quasi als Widerstandskämpfer, der gegen „das Establishment“ gekämpft habe, gestorben sei, bringe die progressiven Schriftsteller der modernen islamischen Welt auf seine Seite.

Quelle: „Sufismus“, Annemarie Schimmel

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