Ali ibn Abi-Talib: „Eigenschaften der Herrlichkeit Allahs“

Posted on 9. Januar 2013

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Ali ibn Abi Talib

Ali ibn Abi Talib

Ali ibn Abi-Talib predigt den einzigen und allmächtigen Allah, das Diesseits und Jenseits, Himmel und Hölle. Gleichzeitig lässt er immer eine Restungewissheit über Gott und Religion. In den Predigten scheint oft die Aussage durch; „wenn ihr schon wüsstet, was ich sehe; könntet ihr es nicht glauben“.

In seiner Predigt über die Eigenschaften der Herrlichkeit und das göttliche Wesen sagt er über Gott:  „Er hat den (menschlichen) Verstand nicht (vollständig) über die Unbegrenztheit seiner Eigenschaften informiert, aber er hat ihn (auch) nicht vor der notwendigen Erkenntnis seiner abgeschirmt. Er ist derjenige, der für den die Zeichen der Existierenden Zeugnis ablegen, bis das verleugnende Herz (auch ihn) anerkennt. […]“

In seiner Predigt über die „Eigenschaften eines Tadelnswürdigen“ macht Ali ibn Abi-Talib eine sehr interessante Aussage:

„Was das Lossagen betrifft, so sagt euch nicht von mir los, denn ich wurde mit der Gott suchenden Natur [fitra] geboren, und ich war vorausgehend in der mit Wissen verbundenen bewussten Verinnerlichung [iman] sowie in der Auswanderung von Mekka nach Medina“

Ähnlich klingt es in der Predigt als feingeistige Erörterung über Allahs Eigenschaften:

„Er ist nicht in den Dingen inkarniert (1), so dass man sagen könnte, dass er darin enthalten ist, noch von ihnen getrennt, so dass man sagen könnte, dass er davon getrennt ist.“

Dass Gott nicht in den Dingen inkarniert ist, könnte er die Fleischwerdung und Materiewerdung Gottes meinen. Gleichzeitig sagt Ali ibn Abi-Talib aber, dass Gott auch nicht getrennt ist. Damit lässt er eben diesen Interpretationsraum, den man mit der „heiligen Kraft“ beschreiben könnte.

Quelle: „Nahdusch-ul-Balagha – Pfad der Eloquenz 1“, Übertragen ins Deutsche von Fatima Özoguz, meditec, 2007

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