SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel besucht Cem-Haus in der Türkei

Posted on 2. März 2013

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Fast schon heimlich besuchte der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel während seines Türkei-Besuchs ein Cem-Haus der Haci-Bektas Stiftung in Ankara. Nur wenige Medien berichteten davon: alevinet.com, die Alevitische Föderation in Frankreich FUAF und das Internet-Portal sondakika.com. Gabriel soll sich die Sorgen der alevitischen Minderheit in der Türkei angehört haben. Dort gibt es keinen alevitischen Religionsunterricht, Cem-Häuser dürfen nicht gebaut werden, nicht so genannt werden und gelten schon gar nicht als „Gebetshaus“. Gabriel wäre überrascht gewesen, dass die Situation so schlecht sei – und er werde sich in Zukunft mehr damit befassen.

Auch auf seiner Facebook-Seite findet sich ein Post von dieser kurzen Visite mit einem Foto und zwei Sätzen versehen.  Unter den Kommentaren auch ein Verfasser namens „Mazlum Dogan“: „Lieber Sigmar, dass du das Cem-Haus der AlevitInnen in der Türkei besucht hast, stößt auch hier bei uns in der alevitischen Community auf sehr positive Reaktionen! Es war ein wichtiger Schritt, dass du eben jene Gruppierung besucht hast, die über keine starke Lobby in der Türkei verfügt. Auch als Genosse kann ich deinen Schritt nur begrüßen!“

Immerhin hat sich der SPD-Vorsitzende von türkischen Regierungskreisen so bevormunden lassen wie die Kanzlerin. Bei ihrem Besuch wenige Tage vorher waren von ihrem Treffen mit religiösen Vertretern aus der Türkei die Aleviten bewusst ausgeschlossen worden.

Trotzdem zeigt es sich die Parteien SPD und CHP ähneln. Denn so wie die CHP es in der Geschichte vermochte die Aleviten zu ihren Zwecken zu instrumentalisieren – so schaffte es die SPD dies immer mit den sogenannten „Ausländern“ zu tun. Im Grunde wimmelt es in beiden Parteien nur so von nationalistischen Populisten (SPD: Sarrazin, Buschkowsky, Korol… CHP: Baykal, Güler…) im Denkmantel der Sozialdemokratie. Ein Blick auf die Politik in deren Regierungszeiten ist Beweis genug.