Wie sehen Aleviten „die Christen“?

Posted on 14. Juni 2013

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christliches Plakat

Plakat „Bekehr Dich!“

Im Rahmen der 3-tägigen Veranstaltung „Alevitische Identität zwischen Tradition und Moderne“ gab es am ersten Tag interessante Vorträge zum Thema „Interreligiöser Dialog“. Wie auch das Mitgliederzeitschrift „Alevilerin Sesi“ berichtet beleuchtete Ismail Kaplan die Frage, wie der theologische Blick der Aleviten auf Christen ist: „Die Aleviten […] betraten daher vor einigen Jahren interreligiöses Neuland. Seitdem gab es einen sehr konstruktiven Austausch zwischen Christen und Aleviten“ liest man in der Ausgabe 5/2013. Sicher sind die Rahmenbedingungen neu, trotzdem gab es in der alevitischen Geschichte auch in Anatolien Kontakt zu Andersgläubigen. So lebten die Aleviten im Nordosten der Türkei teilweise eng mit den Armeniern zusammen. Im Südosten Nahe des heutigen Syriens waren es die assyrischen Christen. Selbst von Hacibektas gibt es Anekdoten mit benachbarten christlichen Dörfern.

In der „Alevilerin Sesi“ heißt es weiter: „Bi-religiöse Ehen und das Fehlen von Konversionszwängen haben weitere Berührungspunkte entstehen lassen. Das Alevitentum kenne keine Missionierung, so dass Schwierigkeiten [aus religiösen Gründen; Anm. PassKreuz] in diesen Ehen anders als bei anderen Religionen kaum  auftauchten.“ Einerseits manifestiert sich Gott im Menschen andererseits gibt es pantheistische Einflüsse wie durch Muhyiddin Ibn Arabi. „Daneben sehen die Aleviten alle vier heiligen Bücher (Thora, Psalmen, Evangelium und Koran) als Eins und würden daher keinen Unterschied zwischen den Religionen machen, da alle einen gemeinsamen Ursprung bei Gott oder Hak hätten.“

Quelle: Alevilerin Sesi 3/2013, Seite 31
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