Religion und Moderne

Posted on 20. Juli 2013

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Garten

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In der neuen Ausgabe des Magazins „APuZ-Aus Politik und Zeitgeschichte“ 24/2013 (Herausgeber: Bundeszentrale für Politische Bildung) zum Thema Religion und Moderne sind einige Essays Pro und Contra Religion enthalten. Bereits im Editorial heißt es „Religion
bietet vielen Menschen einen normativen Orientierungsrahmen, den Nichtgläubige beispielsweise im atheistischen Humanismus finden.“ Wenn das so ist, wozu braucht man noch die Relgion? Gar nicht, meint Robert Misk. Er wirft die Frage auf  „Stünden wir alle
zusammen ohne Religionen nicht besser da?“, um sie dann in seinem Beitrag selbst zu beantworten:

Misk gesteht, dass die Religionen nicht die einzige Quelle für Konflikte zwischen Menschen seien. Schließlich gibt es ja noch Nationalitäten, Eigentum und Fußballvereinsmitgliedschaften und viele andere Quellen. Aber die Religionen machen „Konflikte, die ansonsten schon kompliziert genug sind, er recht explosiv.“ Der Auto meint auch: „Es ist also keineswegs so, dass die Menschen gleichsam natürlich zu Konkurrenz, Kampf, Hass und Gewalt neigen und nur durch moralische religiöse Botschaften von Mord und Totschlag abgehalten werden können. Eher das Gegenteil ist der Fall.“   Misk zitiert zur Stärkung seiner Aussage den Soziologen Gerhard Schulze „Nächstenliebe ist kein Monopol von Religionen, die oft genug als Nächstenhasser aufgetreten sind, sondern eine anthropologisch gegebene Disposition“.

Gewiss gibt es viele religiöse Menschen, die
moralische Individuen sind, die Gutes tun,
und das mit ihrem Glauben begründen. Es
gibt, wie ein weiser Mann einmal formulierte,
gute Menschen, die gute Dinge tun, und
schlechte Menschen, die schlechte Dinge tun,
ganz unabhängig davon, ob sie einen Glauben
haben oder nicht. „Aber“, so fügte er sarkastisch
hinzu, „damit gute Menschen schlechte
Dinge tun, braucht es Religion“.

Muss es in der heutigen Gesellschaft „Religion – entweder oder“ heißen? Wie Misk die Religionen beschreibt, bringen diese etwas „Rückwärtsgewandtes“ mit. Auch wenn diese Beschreibungen nicht auf das Alevitentum passen, muss auch das Alevitentum in die Moderne einfügen. Misk beschreibt dies mit einem „säkularen“ Umgang im Privatleben. Gerade das Alevitentum tut sich dabei schwer, denn unter dem „Deckmantel“ Alevitentum findet man puren Humanismus. Und wenn man nun die tradierten, aber nicht mehr zur Moderne passenden Elemente herausnimmt, bliebe eben dieser Humanismus und keine Religion im herkömmlichen Sinne. Dies wird in den nächsten Jahren eine große Herausforderung in der alevitischen Gemeinde sein.

Weitere interessante Beiträge aus der oben genannte Ausgabe des Magazins „APuZ – Aus Politik und Zeitgeschichte“ können hier nachgelesen werden.

Quelle: „APuZ-Aus Politik und Zeitgeschichte“ 24/2013, „Relgion und Moderne“
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