Islamische Religionslehre Alevitischer Prägung?

Posted on 7. Oktober 2013

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Bildungsstandard Alevitische Religionslehre

Titelseite Bildungsstandard für die alevitische Religionslehre

Wie in einigen anderen Bundesländern wird nun auch in Baden-Württemberg alevitischer Religionsunterricht in der Grundschule angeboten. Doch ein interessantes Detail an diesem Dokument ist auffällig. Das Dokument, das die „Bildungsstandards“ dazu definiert trägt den Untertitel „Islamische Religionslehre Alevitischer Prägung“.

Der Start in den alevitischen Religionsunterricht konnte doch erst gegeben werden, nachdem ein unabhängiges Gutachten (Spuler-Stegmann) zu dem Ergebnis gekommen war, dass das Alevitentum als eigenständige Religion zu bewerten sei.

Das wirft schon die Frage auf: War es damals nur Taktik der Alevitischen Gemeinde als „eigenständig“ zu gelten – in der Annahme, dass die Hürden mit dem Überbegriff „Islam“ aus innerpolitischen Gründen weitaus höher sein würden? Und jetzt wo prinzipiell auch der Islam „zugelassen“ sei, wäre die Unterscheidung nicht mehr so hart zu treffen?

Doch die Begründung im Gutachten ist in sich schlüssig. Vielleicht liegt es auch daran, dass man innerhalb der Organisation sehr wohl von der Eigenständigkeit überzeugt ist, dies jedoch der breiten Basis (noch) nicht vermitteln kann.

Schon wieder steht die Alevitische Gemeinde vor dieser Fragestellung. Früher oder später wird sie diese klären müssen.

Übrigens fällt in den „Bildungsstandards“ unter dem Punkt „Sprache des Religionsunterrichts“ eine weitere Terminologie auf:

„Es ist aber auch eine Notwendigkeit, dass einige Grundbegriffe wie z. B. Allah, cem, semah, aşure, dede in der Ursprungssprache beibehalten werden müssen.“

Alevitische Religionslehre,

Formulierung „Islamische Religionslehre Alevitischer Prägung“ fällt auch in Social Media auf.

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