Das Motiv des „Kranich“ im Alevitentum

Posted on 23. August 2014

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Das Motiv des Kranichs spielt eine große Rolle in der anatolischen Kultur besonders im Umfeld der Aleviten und Bektaschiten. In der Forschungszeitschrift über das Alevitentum und das Bektaschitentum 8/2013 heißt es: „Dem alevi-bektaschi Glauben nach ist der Kranich von großer Bedeutung, da es den Himmelsgott repräsentiert und deshalb als heilig angesehen wird, mit Imam Ali gleichgesetzt wird…“ Der Überlieferung nach solle die Stimme des Kranichs dem des Hz. Ali ähnelt.

In dem Artikel beschreibt Cansu Akyol, dass die Kraniche in die Höhe steigen, indem sie sich spiralförmig drehen und je höher sie steigen und je höher sie steigen, desto mehr erreichen sie den Himmel: „Die rituellen Gebetstänze (semah), die ein wichtiges Element der zeremoniellen Gottesdienste (cem) bilden und ebenso die Bewegungen in diesen rituellen Gebetstänzen erinnern an den Flug des Kranichs. Denn wenn die Gläubigen ’semah‘ tanzen, erreichen sie mit dieser Liebe, von der sie erfüllt sind, den Gott, ähnlich wie der Kranich, der den Himmel erreicht. Die [Lehre von der] devriye [die Entwicklungsstufen der Schöpfung] im Alevitentum weist [nämlich] auf diesen Vorgang hin, wenn man von der Reise der Seele spricht, die von Gott komend wieder zu Gott zurückkehrt.“

Es sei auch von Bedeutung, dass die Kraniche Zugvögel sein und ähnlich den Pilgern früher Zeit ihres Lebens auf der Reise wären.

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